Bedienschulung Assistenzsystem
Ein Modul für ein Maschinen-Assistenzsystem, das mehrere Baujahre gleichzeitig bedienen muss – die Unterschiede stehen im Kurs, nicht in einer Fußnote.
INSTRUCTIONAL DESIGN · SCHRITT-FÜR-SCHRITT-FÜHRUNG · VARIANTENMANAGEMENT · TECHNISCHE KOMMUNIKATION · TERMINOLOGIE
ABBILDUNGEN
Diese Arbeit ist für einen Kunden meines Arbeitgebers entstanden. Inhalte und Nutzungsrechte liegen dort, deshalb zeigt diese Seite keine Originaldateien, keine Screenshots und keinen Kundennamen. Was hier steht, ist die Struktur der Arbeit – anonymisiert, und die Zeichnungen dafür neu angefertigt.
Ausgangslage
Ein Assistenzsystem an einer mobilen Arbeitsmaschine nimmt dem Bedienpersonal Entscheidungen ab – aber nur, wenn es richtig eingestellt ist. Aus Rücksicht auf den Kunden bleibt das Projekt hier ohne Namen, ohne Produktbezeichnung und ohne Maschinengattung.
Problem
Bedienschulungen zu Steuerungssystemen folgen meist dem Menü: erst alle Einstellungen der ersten Ebene, dann die der zweiten. Das entspricht dem Gerät, aber der Arbeit nur selten – im Einsatz wird eine Aufgabe erledigt, kein Menü durchlaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass dieselbe Maschine über die Baujahre unterschiedlich ausgestattet ist: Was in der Schulung als Selbstverständlichkeit steht, gibt es an der Maschine im Hof womöglich nicht.
Ziel
Eine Schulung, die den Aufgaben folgt statt der Menüstruktur – und die mit den Unterschieden zwischen den Baujahren offen umgeht, statt sie zu ignorieren.
Zielgruppe und Nutzungskontext
Bedienpersonal mit Maschinenerfahrung, aber ohne Erfahrung mit diesem System; im Zweifel kurz vor dem Einsatz.
Konzept
Das Modul ist entlang der Bedienaufgaben gegliedert: die Systeme und ihre Begriffe, die Anschlüsse, die Einstellung der Ausbringungsmenge, die automatischen Schaltvorgänge. Jede Einheit beantwortet eine Frage, die sich am Gerät wirklich stellt.
Die Baujahresunterschiede stehen dort, wo sie auftreten – als Teil der jeweiligen Erklärung, nicht gesammelt in einem Anhang. Das macht einzelne Stellen umständlicher und den Kurs insgesamt brauchbar: Wer an einer älteren Maschine steht, erfährt es an der Stelle, an der er sonst vergeblich suchen würde.
Prozess
Zuerst die Aufgabenliste, dann die Zuordnung der Systemfunktionen dazu, zuletzt die Prüfung jeder Aussage gegen die Baujahre. Der letzte Schritt ist der unangenehme: Er verlängert Erklärungen und lässt sich nicht abkürzen, weil eine unmarkierte Aussage für einen Teil der Maschinen schlicht falsch ist.
Ergebnis
Ein einzelnes, geschlossenes Modul, das für mehrere Maschinengenerationen gilt, ohne für eine davon zu lügen.
Learnings
Eine Bedienschulung gehört entlang der Aufgaben gebaut: Das Gerät ist nach Funktionen sortiert, die Arbeit nach Zielen, und wer der Menüstruktur folgt, überlässt Teilnehmenden die Übersetzung. Ausstattungsunterschiede wiederum gehören an die betroffene Stelle – gesammelt am Ende sind sie vollständig und werden überblättert, ausgerechnet von dem, der vor der abweichenden Maschine steht.