Kurrikulum mit wiederkehrenden Themen
Ein Kurs für ein technisches Fachgebiet, in dem Themen bewusst geteilt sind und in späteren Abschnitten wiederkehren – statt einmal vollständig behandelt zu werden.
INSTRUCTIONAL DESIGN · MODULARISIERUNG · DIDAKTISCHE REDUKTION · STRUKTURIERUNG · TECHNISCHE KOMMUNIKATION
ABBILDUNGEN
Diese Arbeit ist bei meinem Arbeitgeber entstanden; die Nutzungsrechte liegen dort (§ 43 UrhG). Deshalb zeigt diese Seite keine Originaldateien und keine Screenshots. Was hier steht, ist die Struktur der Arbeit – anonymisiert, und die Zeichnungen dafür neu angefertigt.
Ausgangslage
Technische Fachkunde wird an der Maschine gelernt und kommt im Kurs meist als Stoffsammlung an: ein Thema nach dem anderen, jedes einmal, jedes vollständig. Aus Rücksicht auf den Arbeitgeber bleibt das Projekt hier ohne Namen, ohne Fachgebiet und ohne Verlinkung.
Problem
Vollständigkeit je Thema ist die naheliegende Ordnung und die falsche. Wer eine Baugruppe erschöpfend behandelt, bevor überhaupt ein Gegenstück im Kurs vorkam, erklärt ihre Regelungsarten an einem System, das die Teilnehmenden noch gar nicht kennen. Umgekehrt bleibt Sicherheit, wenn sie als Block am Anfang steht, eine Pflichtübung vor dem eigentlichen Kurs.
Ziel
Ein Kurs, dessen Reihenfolge sich danach richtet, was Teilnehmende zum jeweiligen Zeitpunkt tragen können.
Zielgruppe und Nutzungskontext
Technisches Personal aus Industrie und Instandhaltung, im Selbststudium neben dem Tagesgeschäft, in Einheiten von der Länge einer Pause.
Konzept
Der Kurs ist in Handlungsfelder geschnitten – so heißen in der beruflichen Bildung die Bündel von Aufgaben, die im Betrieb zusammen vorkommen. Jedes Feld hat sein eigenes Abschlussquiz und ist für sich abgeschlossen.
Der tragende Kniff ist, dass Themen geteilt sind und wiederkehren. Eine Baugruppe erscheint zunächst mit ihren Bauarten; ihre Steuerung und Regelung folgt erst in einem späteren Feld, wenn das Gesamtsystem bekannt ist. Mehrere Themen sind nach demselben Muster aufgeteilt.
Sicherheit ist ebenso geteilt und steht zweimal: allgemein am Anfang, und ein zweites Mal an der Stelle, an der sie zum ersten Mal ein konkretes Bauteil betrifft. Ein Modul zum Aufbau des Kurses steht vor allem anderen; Teilnehmende wissen, worauf sie sich einlassen, bevor sie anfangen.
Prozess
Zuerst der Zuschnitt der Felder, dann die Modulgrenzen, zuletzt die Reihenfolge innerhalb der Felder. Die Aufteilung eines Themas auf mehrere Felder ist dabei keine Verlegenheit, sondern die Entscheidung, die den Kurs trägt: Sie fällt dort, wo der spätere Teil ein Verständnis voraussetzt, das im früheren Feld noch nicht existiert.
Ergebnis
Ein Kurs in Feldern, jedes mit eigener Lernstandskontrolle. Wer ein Feld abschließt, hat einen abgeschlossenen Handlungsbereich in der Hand.
Learnings
Die Reihenfolge eines Kurses ist eine Folge von Voraussetzungen. Ein Thema gehört dort geteilt, wo sein zweiter Teil etwas verlangt, das die Teilnehmenden erst später haben – auch wenn das die saubere fachliche Gliederung zerschneidet. Sicherheit wiederum trägt am weitesten, wenn sie ein zweites Mal an dem Bauteil auftaucht, an dem die Gefahr konkret wird: Dort hat sie einen Adressaten.