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CASE 10 · TYP: E-LEARNING · ROLLE: KONZEPT, DIDAKTIK, ÜBUNGSAUFBAU · STATUS: ABGESCHLOSSEN · STAND: 2022

Fehlersuche als Vorgehen

Ein Kurs, der keine Störungsbilder erklärt, sondern eine Schrittfolge einübt – geführte Übungen zuerst, danach Durchgänge an Fehlern, die vorher nirgends besprochen waren.

INSTRUCTIONAL DESIGN · SCHRITT-FÜR-SCHRITT-FÜHRUNG · DIDAKTISCHE REDUKTION · TECHNISCHE KOMMUNIKATION · WISSENSVERMITTLUNG

ABBILDUNGEN

Diese Arbeit ist bei meinem Arbeitgeber entstanden; die Nutzungsrechte liegen dort (§ 43 UrhG). Deshalb zeigt diese Seite keine Originaldateien und keine Screenshots. Was hier steht, ist die Struktur der Arbeit – anonymisiert, und die Zeichnungen dafür neu angefertigt.

Ausgangslage

Störungssuche gilt als Erfahrungssache. Wer lange an einer Anlage arbeitet, findet den Fehler – und niemand kann sagen, wie. Genau das macht sie schwer vermittelbar. Aus Rücksicht auf den Arbeitgeber bleibt das Projekt hier ohne Namen und Verlinkung.

Problem

Ein Kurs über Störungen erklärt üblicherweise Störungsbilder: Diese Ursache, jenes Symptom. Das erzeugt eine Liste, und im Ernstfall steht die echte Störung darauf erfahrungsgemäß gerade nicht. Gebraucht wird ein Vorgehen, das auch bei einem unbekannten Fehler trägt.

Ziel

Teilnehmende sollen eine Diagnose-Schrittfolge anwenden können – an einer Störung, die sie vorher nicht gesehen haben.

Zielgruppe und Nutzungskontext

Instandhaltungspersonal, das an realer Schulungshardware arbeitet. Der Kurs begleitet die praktische Übung, er ersetzt sie nicht.

Konzept

Der Aufbau trennt Methode und Anwendung sauber. Zuerst die Schrittfolge als eigenes Modul – das Vorgehen, mit dem man sich einer Störung nähert, bevor es überhaupt etwas anzuwenden gibt. Dann ein Modul zur eingesetzten Schulungshardware, damit die Übung nicht am Aufbau scheitert, sondern an der Aufgabe. Danach geführte Übungen, in denen die Schrittfolge mitläuft und Punkt für Punkt abgearbeitet wird.

Erst zum Schluss stehen die Diagnosedurchgänge – dieselbe Methode, wechselnde Störungen, ohne Führung. Sie sind der eigentliche Kurs: Ein Vorgehen ist gelernt, wenn man es mehrfach hintereinander an einem neuen Fall durchhält.

Prozess

Auffällig an der Entstehung ist die Verteilung der Überarbeitungen: Die Übungsmodule tragen die mit Abstand höchsten Versionsstände des ganzen Kurses, deutlich über den Lehrmodulen. Nachgeschärft wurde also die Aufgabe, nicht die Erklärung – die Stelle, an der Teilnehmende hängenbleiben, ist die Stelle, an der ein Kurs wirklich geprüft wird.

Ergebnis

Ein Kurs, dessen Abschluss darin besteht, mehrfach hintereinander einen Fehler gefunden zu haben, der vorher nirgends besprochen war.

Learnings

Ein Vorgehen lernt man durch Wiederholung an wechselnden Fällen. Zwischen „ich kenne die Schrittfolge“ und „ich komme damit durch“ liegt der Durchgang an einer Störung, die im Skript fehlte. Aufschlussreich ist auch die Verteilung der Überarbeitungen: Die höchsten Versionsstände tragen die Übungen – also die Stellen, an denen Teilnehmende selbst arbeiten.

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