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CASE 13 · TYP: E-LEARNING · ROLLE: KONZEPT, DIDAKTIK, UMSETZUNG · STATUS: ABGESCHLOSSEN · STAND: 2020

Lernmodul für eine Fachnotation

Ein Modul, das eine genormte Schreibweise lehrt: von der Definition über die Grundelemente einzeln bis zu gestaffelten Übungen, mit denen Teilnehmende ihr Verständnis selbst prüfen.

INSTRUCTIONAL DESIGN · DIDAKTISCHE REDUKTION · SCHRITT-FÜR-SCHRITT-FÜHRUNG · TECHNISCHE KOMMUNIKATION · WISSENSVERMITTLUNG

ABBILDUNGEN

Diese Arbeit ist bei meinem Arbeitgeber entstanden; die Nutzungsrechte liegen dort (§ 43 UrhG). Deshalb zeigt diese Seite keine Originaldateien und keine Screenshots. Was hier steht, ist die Struktur der Arbeit – anonymisiert, und die Zeichnungen dafür neu angefertigt.

Ausgangslage

Für Maschinenabläufe gibt es genormte Schreibweisen – Notationen, in denen aufgeschrieben wird, was eine Anlage der Reihe nach tut. Wer an solchen Anlagen arbeitet, kennt das Verhalten. Die Schreibweise, in der es festgehalten wird, kennt er deshalb noch lange nicht. Aus Rücksicht auf den Arbeitgeber bleibt das Projekt hier ohne Namen und Verlinkung.

Problem

Eine Notation ist ein Formalismus, und Formalismen scheitern in der Schulung meist am Einstieg: Die Normdefinition ist korrekt und sagt niemandem etwas, der sie zum ersten Mal liest. Umgekehrt reicht das Bauchgefühl aus der Werkstatt nicht, um einen Plan zu lesen oder selbst einen zu zeichnen. Zwischen beidem liegt die eigentliche Lernaufgabe.

Ziel

Teilnehmende sollen einen Plan in dieser Schreibweise lesen und selbst aufstellen können – nicht nur wissen, dass es sie gibt.

Zielgruppe und Nutzungskontext

Technisches Personal aus der Industrie, deutschsprachig, im Selbststudium neben dem Tagesgeschäft. Das Modul ist so geschnitten, dass es in einem Zug durchgearbeitet werden kann.

Konzept

Der Stoff läuft in zwei Strängen: Grundlagen und Praxis. Die Grundlagen setzen bei der Normdefinition an, zerlegen die Notation dann aber sofort in ihre Grundelemente und behandeln jedes einzeln, mit eigener Erklärung und eigenem Beispiel: die Zustände, das, was in ihnen geschieht, die Linien dazwischen und die Bedingungen, die den nächsten Zustand freigeben.

Erst danach kommen die Fälle, an denen sich Verständnis entscheidet: parallele und alternative Verzweigungen sowie die logischen Verknüpfungen an den Weiterschaltbedingungen.

Die Brücke zwischen Formalismus und Erfahrung schlägt eine einzelne Frage, die im Modul zweimal gestellt wird: Wie sieht das im Alltag aus? Sie holt den Ablauf aus der Norm heraus in etwas, das Teilnehmende schon kennen, bevor die Schreibweise eingeführt wird.

Prozess

Aufgebaut wurde vom Aufriss her: erst die zwei Stränge, dann die Grundelemente als je eigene Station, dann die Sonderfälle, zuletzt die Übungen. Die Grundelemente stehen auf interaktiven Folien, auf denen sie einzeln aufgerufen werden, statt als fertiges Diagramm nebeneinander – ein vollständiges Bild zeigt alles gleichzeitig und erklärt dadurch nichts. Bewegte Sequenzen kommen dort zum Einsatz, wo ein Ablauf sich verändert und ein Standbild ihn nicht fassen kann.

Geprüft wird laufend, in gestaffelten Übungen: eine zum Kennenlernen der Schreibweise, eine zum Vertiefen, eine zur Kontrolle.

Ergebnis

Ein in sich geschlossenes Lernmodul zu einem Thema, das sonst über Folienskripte und Zuruf vermittelt wird – mit einem Abschluss, den Teilnehmende an ihrer eigenen Zeichnung ablesen können statt an einer Punktzahl.

Learnings

Ein Formalismus wird über seine Zerlegung gelernt: Die Norm sagt in einem Satz, was gemeint ist, und wer ihn gelesen hat, kann danach trotzdem nichts zeichnen. Tragfähig wird der Stoff erst, wenn die Grundelemente einzeln danebenliegen. Der Aufwand gehört dorthin, wo die Schwierigkeit sitzt: Die gerade Kette versteht jeder sofort, es entscheidet sich an Verzweigung und Verknüpfung – deshalb stehen dort die Übungen.

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